Gebrüder Weiss schafft die Milliarde
Gebrüder Weiss schafft die Milliarde
Der Logistikspezialist Gebrüder Weiss gehört ab sofort zu den Umsatzmilliardären. Das Vorarlberger Familienunternehmen wird auch 2012 seinen Wachstumskurs fortführen.
Lauterach. Geschafft! Das Transportlogistikunternehmen Gebrüder Weiss wird heuer "deutlich über eine Milliarde € Umsatz machen", freut sich Vorstandsvorsitzender Wolfgang Niessner. Ein paar Tage sind noch Zeit -"ich könnte mir 1,1 Milliarden € Umsatz vorstellen", sagt Niessner. Zum Vergleich: 2010 hat das Vorarlberger Familienunternehmen, das heute 4500 Mitarbeiter hat, 978 Millionen € umgesetzt.
Der Weg zum Milliardenunternehmen war ein hartes Stück Arbeit, denn 2009, das erste volle Krisenjahr nach der Lehman-Pleite, "war bitter", sagt Niessner. Doch es gelang, die Kapazitäten gut auszulasten. "Das Jahr 2010 war, immer branchenbezogen gesehen, für uns gut, 2011 sehr gut." Es gelte immer zu berücksichtigen, dass es in der Logistikbranche nur geringe Margen gebe. Niessner: "Wir sind von riesigen Gewinnen wie in Industriebetrieben verschont."
Trotz unsicherem Ausblick für 2012 werde Gebrüder Weiss weiter investieren. "Ein, zwei Quartale Rückgang bringen uns noch nicht aus dem Konzept", sagt Niessner. "Wir passen unsere Strategie nicht kurzfristig dem wirtschaftlichen Umfeld an, sondern wir haben einen Plan, und den ziehen wir durch." Das Investitionsbudget für 2012 sei auf relativ hohem Niveau.
Expansion in Tschechien
In Tschechien verstärkt Gebrüder Weiss gerade seine Präsenz. In Jenic, unweit von Prag und seinem Flughafen, investiert der Logistiker gerade 15 Millionen €in einen neuen Terminal mit angeschlossenem Bürokomplex, der im Herbst 2012 fertig sein soll und dann den Mietstandort in Rudná, der auch im Westen Prags liegt, ablösen wird. Gebrüder Weiss hat sechs Standorte in Tschechien. Niessner: "Das ist aber noch nicht das Ende, wir haben auch ein Projekt in Brünn in Bearbeitung."
Das Geschäft in Tschechien läuft für Gebrüder Weiss gut. Es sei ein funktionierendes Land mit hohen Produktivitätsraten und hoher Qualität. Überhaupt ist Niessner mit der Entwicklung vieler Landesgesellschaften zufrieden: "Wir haben in keinem unserer Ostländer größere Probleme." Nicht einmal in Ungarn: "Wir sind dort groß, aber stabil. Doch die wirtschaftlichen Umstände sind in Ungarn nicht erfreulich."
Der generelle Fokus für 2012? "Wir haben ambitionierte Ausbaupläne und ich sehe Gebrüder Weiss nach wie vor auf Wachstumskurs."
(16. 12. 2011 | Wirtschaftsblatt)